Da bin ich nach langer Zeit des Faulenzens wieder *yay*
Montag, 4. Mai 2011:
Auf Wiederholungsbesuch in der Strahlenklinik. Auch wenn ich mittlerweile Stammkunde dort bin, lerne ich doch immer wieder neue Leute kennen, einer interessanter als der andere. Die neueste Errungenschaft in meiner Sammlung witziger Situationen und Menschen war ein junger Arzt, erst seit wenigen Wochen an der Klinik. Mamma war zum Termin mitgekommen, da es immer ziemlich umständlich ist, Arztgespräche nochmal für sie durchzukauen und möglicherweise auftretende Fragen nicht beantworten zu können.
So kam es, dass er beim Gespräch über Risiken und Nebenwirkungen nicht mit mir, der volljährigen Patientin, sonder mit meiner Mutter sprach. Die ganze Zeit. Ohne mir groß Beachtung zu schenken. Da fühlt man sich doch ernst genommen.
Er wurde angepiepst und musste kurz zum Beschleuniger und ließ und allein. Als er aus der Tür war sahen Mamma und ich uns an und fingen laut an zu lachen. Über so viel Heiterkeit angesichts meiner Lage war er etwas irritiert, als er wiederkam, setzte aber tapfer das Gespräch fort, dass er mit meiner Ma führte. Ich dagegen ließ mich tiefer in den Stuhl sinken, verschränkte die Arme vor der Brust und schaute demonstrativ aus dem Fenster, da meine mentale Anwesenheit scheinbar nicht erforderlich war. Das brachte ihn ganz schön aus dem Konzept. Klar, ich hätte ihn darauf hinweisen können, dass er das Gespräch mit mir zu führen hat, aber das war mein drittes Strahlemann-Vorgespräch und mittlerweile konnte er mir eh' nichts Neues mehr erzählen, warum also nicht abschalten und entspannen?!
Montag, 11. April 2011:
Wiedereinzug zum nächsten Block Chemo. Leider Gottes war mein Mund immernoch nicht abgeheilt, was die Karamellstückchen in meinem Eisbecher, den ich mit Resi nach einer Shoppingtour aß leider zu schmerzhaften Geschossen machte.
Am Dienstag, 12. April gab's Vomex und das war's vom Tag. Schlafen und Pullern.
Umso größer war der Schreck, als mich am Mittwoch, 13. April 2011 ein abartiges Matschmonster aus dem Spiegel ansah. Und es hatte auch noch mein Schlafzeug an!
Durch das viele Wasser, dass durch den Pullerbeutel in mich reinläuft und die waagerechte Lage beim Schlafen hatte ich Wasser eingelagert, aber nur im Gesicht. Ich sah wirklich grauenhaft aus und fühlte mich wie ein vollgesogener Schwamm, konnte die Augen kaum öffnen. Also verlangte ich Foresis, ein harntreibendes Mittel, um das überschüssige Wasser schneller wieder auszuscheiden. Schließlich wollte ich das Matschmonster nicht mit nach Hause nehmen.
Am Sonntag, 17. April 2011 bekam ich dann Besuch von Dexa und wir schafften es endlich, ein Beweisphoto zu schießen:
Die Zeit war viel zu schnell um, da waren wir uns einig. Es ist eine Sache, im Blog mitzuverfolgen, wie's dem anderen ergeht, aber eine ganz andere, ein aktives Gespräch darüber zu führen.
Das soll's erstmal gewesen sein, ich bemühe mich, diese Woche noch einen Eintrag zu verfassen, damit wir der Gegenwart näher kommen ;-)
Versprechen kann ich natürlich nichts, aber ihr kennt mich ja mittlerweile.
Eine schöne Woche, meine Lieben :-*