Samstag, 17. Oktober 2009

Chemo (Tag 170) "Ich mach 'nen Freudentanz, tanzt mit mir!"

Montag bin ich wieder in die UKK gekommen. Erstens: die beordern mich zu halb zehn hin, und dann muss ich feststellen, dass gar kein Ambulanztag ist und deshalb so frühes Auftauchen (und vor allem Aufstehen - ich bin Langschläfer) völlig unnötig ist. GRRR!
Aber ich hatte es im Gegenzug (mal wieder) geschafft, meinen Laborzettel zu Hause zu vergessen. Wir haben dann auf Station Blut abgenommen und jemanden damit rüber zum Labor geschickt. Dann wurde ja wieder das Katheterpflaster gewechselt und da mussten wir erstmal herausfinden, warum das schon tagelang so verdammt juckte.
Des Rätsels Lösung war ein loses Stück Draht (die nennen das Faden, für mich ist das aber zu stabil um es Faden zu nennnen) das unter dem Pflaster Party gemacht hat.

Ich hab den Doc gefragt, was denn nun beim MRT rausgekommen sei uuund *Trommelwirbel*
Es ist kein aktives Tumormaterial mehr zu sehen, wir haben dem bösen Tumor in den Arsch getreten!

Ansonsten habe ich am Montag abend noch ein Wintergartenkonzert gegeben :D
Eigentlich wollte ich mir nur die Zeit vertreiben, aber auf Station gibt's immer Lauscher...
Am Dienstag abend habe ich meinem Titel als Sorgenkind wieder alle Ehre gemacht. Ich hab schon Vomex gekriegt und auch Chemomedikamente und mein alter Freund, der Pullerbeutel lief auch wieder. Also war Toilettenaction schon vorprogrammiert und als ich dann wieder musste, bin ich ins Bad getappt, Schieber ins Klo (für mehr Komfort beim Bilanzpullern) und auch feini Pipi gemacht und dann drehte sich urplötzlich die Welt und alles wurde schwarz. So peinlich das ist, das in aller Öffentlichkeit zu erzählen, aber ich wachte Sekunden später in einer riesigen Pfütze meines eigenen Urins auf. Tolle Bockwurst!
Als mein Kreislauf wieder im Kreis lief (Wortwitz, ha-ha-ha) stand ich auf, zog meine nassen Klamotten aus, ließ sie einfach in der Ecke liegen und legte mich, in ein Handtuch gewickelt, auf mein Bett. Nach einigen Sekunden konnte ich mich dazu überwinden, nach der Schwester zu klingeln. Die kam auch prompt. Schnell war erklährt, was geschehen war und wir leiteten die nötigen Schritte in die Wege.
Sie wischte den Boden und weichte meine Sachen ein und ich wusch mich (mit Schüssel) am Bett. Drops gelutscht - ich durfte die folgenden zwei Tage immer klingeln und anmelden, wenn ich für kleine Tiger musste, damit sich immer eine Schwester vor die Tür stellt. In der selben Nacht wäre ich beinahe nochmal kollabiert, aber mit Ach und Krach hat mich eine Schwester ins Bett zurückverfrachtet.

Mir geht's aber wieder gut, und für den nächsten und letzten Block muss ich mich daran erinnern, langsam zu machen.

Liebste Grüße für's erste - eda

Kommentare:

  1. Ja das ist bei mir auch öfter so: Ich geh zur Untersuchung, der Termis ist um 13 Uhr, und da habend ie erst mal ´ne Stunde Mittagspause ...
    Und toll, dass "kein aktives Tumormaterial mehr zu sehen" ist!

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  2. ich freu mich so für dich, dass es dir besser geht =) ganz liebe grüße nicole & tarja =)

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