Donnerstag, 7. April 2011

Stuttgart Teil 5 (17./18. Februar 2011) - Goodbye Stuttgart



Donnerstag, 17. Februar 2011:
Ich hatte mein Frühstück kaum beendet, als die frohe Botschaft eines erneuten Umzugs mich erreichte. Die Ambulanz war scheinbar am platzen und viele Neuaufnahmen waren sicher. Da ich als Krebspatient nicht mit infektiösen Patienten zusammengelegt werden darf und möglicherweise Privatpatienten im Anmarsch waren, die uuunbedingt ein Einzelzimmer wollten, zog ich an's Ende der Station zu einer alten Beißzange. Ich habe nichts gegen ältere Mitmenschen und auch nichts gegen Menschen, die direkt sind, aber ich bitte um Höflichkeit.
Nachdem ich mich mit einem Eis von Schwester K. verabschiedet hatte (Tränchen liefen), machte ich mich auf in den Kampf bzw. in eine lustige Nacht mit meiner neuen Freundin. Kurz bevor ich mich hinlegte, half ich ihr noch, ihr Pflaster zu befestigen, weil sie damit überfordert war - ich nettes Kind. Da ich am nächsten Tag früh rausmusste ging bei mir relativ früh das Licht aus. Sie interessierte das nicht sonderlich. Licht, Fernseher, Kopfhörer, die Dank voll aufgedrehter Lautstärke großes Kino veranstalteten. Ich schob mir Musik in die Ohren, in der Hoffnung, dem Musikantenstadl zu entkommen, da sprach sie mich an. Zuerst dachte ich, ich hätte mir das eingebildet (kommt in letzter Zeit öfter vor), aber beim zweiten Mal war ich mir ganz sicher.
Nachdem ich die Stöpsel aus den Ohren genommen hatte, blaffte sie mich an, ich solle die Heizung aufdrehen, ihr sei arschkalt. Okay, Lady, das kann man auch vernünftig sagen. Ich drehte von 2 auf 3, das musste reichen. Dann packte ich mir wieder Musik auf die Ohren und tat so, als würde ich schlafen. Sie hat mich wohl noch einige Male angesprochen, doch das war mir herzlich egal. Wenn sie was wollte, sollte sie klingeln, basta. Als ich nach Stunden endlich eingeschlafen war, ruckelte es an meinem Bett, sodass ich wach wurde. Yippie, Omi musste pullern und wollte dieses Event unbedingt mit mir teilen. Ich war am verzweifeln...

Freitag, 18.Febraur 2011:
Abschied von Schwester C. und ich heule schonwieder. Ich hab sie und K. so lieb gewonnen, dass es mir wirklich Leid tat, wieder abzureisen. Ich bekam eine super nette Karte und eine CD von ihr. Dann wurde mir nochmal gezeigt, wie man den Dreinage-Flachmann wechselt (weil ich das nicht 'ne ganze Woche jeden Tag gesehen hab - also für dumme Menschen wie mich nochmal extra).
Viola holte mich um 8:00 Uhr ab und eigentlich hätten wir sofort losfahren wollen, ich hatte extra darum gebeten, dass meine Entlassungspapiere um acht fertig und abholbereit sind, immerhin hatten wir einen Zug zu kriegen, der wahrscheinlich nicht auf uns gewartet hätte. Der erste sichtbare Arzt im Dienstzimmer telefonierte seelenruhig vor sich hin, die Schwester war am rumräumen und ich wurde langsam ungeduldig. Zum Glück kam ein junger Arzt aus dem Hinterzimmer, dem ich die Situation ziemlich genervt schilderte. Oh je, ich klang wirklich zickig und das tat mir auch sofort Leid. Als er wieder um die Ecke kam, erklärte ich ihm, dass ich nur der Zeitdrucks wegen so zickig wäre und er meinte, es wäre schon okay, er könne das verstehen.
Halb sechs war ich wieder zu Hause und auch wenn ich mich freute, meine Familie wieder um mich zu haben war es doch extrem nervig zu sehen, wie die Blicke ständig auf meinem zunehmend dicker werdenden Hals ruhten.

Kommentare:

  1. Ohje du Arme, ich wäre durchgedreht mit so einer netten Oma im Zimmer... :( Meine gesamte Behandlung fand zum Glück (noch) auf der kinderonkologischen Station statt und da hatte ich das Problem nicht. Kleine Kinder sind mir da wirklich lieber :)
    Alles Gute für dich!

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  2. Ach je, mit ner Omi im Zimmer ist das nicht immer einfach...Das Problem kenn ich, bei mir auf Station (Augenklinik in Essen) sin nur Omis und Opas... Einige sind aber auch super lieb :-)

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  3. die klassenfahrt geht nach damp. leider eine ganze ecke von dir weg :(
    aber in den sommer ferien bin ich wahrscheinlich endlich mal wieder in meck pom ;)

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